Agiles ArbeitenLearnDynamics: Our Journey

Wer trifft bei agiler Führung die Entscheidungen?

Wenn es darum geht, die „richtige“ Entscheidung zu treffen, besitzt oft nicht die Führungskraft die größte Expertise, sondern ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin . Es macht also – je nach Thema – Sinn, das Team in die Entscheidungsfindung miteinzubeziehen oder Entscheidungen komplett zu delegieren.
Dies gilt doppelt für agiles Arbeiten. Hier soll ja schließlich auf unnötigen Formalismus verzichtet und vielmehr die möglichst effiziente Bewältigung von Aufgaben in den Mittelpunkt gestellt werden. 

Delegationspoker

Ein interessantes Tool, das ich in diesem Kontext kennengelernt habe, ist das „Delegationspoker“. Dieses Tool hilft, sich bewusst zu machen, wie unterschiedlich stark das Team bzw. die Führungskraft in eine Entscheidungsfindung miteinbezogen werden sollte. Am besten betrachten Sie an dieser Stelle kurz das folgende Bild, das ich für sehr selbsterklärend halte:

Wo liegt die Expertise?

Aus unserer Erfahrung lohnt es sich, die Entscheidungsfindung bzw. den „Grad der Delegation“ daran festzumachen, bei wem im Team die Expertise für ein Thema liegt. Wir gehen also in etwa wie folgt vor (Skalen-Werte: vgl. Bild „Delegationspoker“).

  • 1-3: Liegt die Expertise für eine Entscheidung beim Manager, wird man sich üblicherweise in diesem Bereich der Delegation bewegen. 
  • 3-5: Hier besitzen sowohl Mitarbeiter als auch Manager eine erhebliche Expertise bezüglich der zu treffenden Entscheidung.
  • 5-7: Liegt die Expertise zum Beispiel überwiegend beim Mitarbeiter / im Team, ist es sinnvoll, sich in diesem Bereich der Delegation zu bewegen. 

Innere Bereitschaft aller Beteiligten

Bei wem genau und in welchem Grad (1-7) die Entscheidungskompetenz am besten angesiedelt ist, ist natürlich von Thema zu Thema unterschiedlich und kann sich über die Zeit auch verändern. 

Ein zentraler Aspekt, um das Delegationspoker optimal „spielen“ zu können, ist daher für mich die innere Bereitschaft bzw. der Mut aller Beteiligten, Entscheidungsvollmachten jederzeit bereitwillig auch wieder abzugeben (sofern es aus Sicht des gesamten Systems / Teams sinnvoll ist). Und sich gemeinsam offen die Frage zu stellen: Was wäre aus Sicht des Gesamt-Teams für dieses Thema der optimale Entscheidungsmodus?

In der Praxis

Wer die oben beschriebene „innere Bereitschaft“ verinnerlicht hat, braucht die „Delegationspoker-Karten“ nicht unbedingt zu nutzen. Vielmehr wird dann schlichtweg im Arbeitsalltag gelebt, dass Entscheidungen von denjenigen Personen getroffen werden, die diese Entscheidungen am besten treffen können.

Herauszufinden, wer diese Personen sind (und in welchem Grad der Einbezug der Führungskraft oder von Kolleginnen/Kollegen sinnvoll ist), erfordert natürlich eine transparente Kommunikation und einen offenen Umgang mit Stärken und Schwächen – für alle Beteiligten. Auf einem sehr guten Weg ist man meines Erachtens, wenn man gemeinsam offen und unvoreingenommen die folgenden Fragen formulieren kann:
Wie können wir das optimal entscheiden?
Wer wird in welchem Maß einbezogen?
Was ist dafür nötig?
 

Dann kann sich am leichtesten eine (möglichst) optimale Lösung herauskristallisieren.

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